Alkohol am Steuer

In Deutschland ist Autofahren gemäß § 24 a StVG bis zu einem Wert von 0,5 Promille erlaubt. Bei Ausfallerscheinungen kann es jedoch auch unterhalb dieser Grenze zu Konsequenzen kommen. Autofahren mit über 0,5 Promille führt zu Bußgeldern, Fahrverboten und gegebenenfalls strafrechtlicher Verfolgung.

Welche Promillegrenzen gibt es und welche Sanktionen drohen?

Damit Autofahrer sich nicht alkoholisiert ans Steuer setzen, gibt es für alkoholisiertes Fahren Sanktionen in Form von Bußgeldern, Entzug der Fahrerlaubnis und bei einem erheblichen Alkoholkonsum im Zweifel ein Strafverfahren. Als Richtwert hat der Gesetzeber bestimmte Promillegrenzen festgelegt.

Hinweis:

Da Alkohol von Mensch zu Mensch individuell wirkt, können bei auffallenden Ausfallerscheinungen auch höhere Sanktionen verhängt werden.

Promillegrenzen und die daraus resultierenden Folgen:

PromillewertBeschreibungArt des DeliktsPunkteBußgeldFahrverbot
Ab 0,3Nur bei Ausfallerscheinungen oder einem Verkehrsunfall relevantKeine Ordnungswidrigkeit---
0,5–1,091. Verstoß Ordnungswidrigkeit 2500 EUR1 Monat + MPU
0,5–1,092. Verstoß Ordnungswidrigkeit 21.000 EUR2 Monate + MPU
0,5–1,093. Verstoß Ordnungswidrigkeit 21.500 EUR3 Monate + MPU
Ab 1,1 Absolute Fahruntüchtigkeit Vergehen3Liegt im Ermessen der Behörde6 Monate bis 5 Jahre oder auf Dauer
(ggf. Freiheitsstrafe)

Wirkung von Alkohol

Wie schnell der Alkohol vom Blut aufgenommen wird, ist von vielen Faktoren abhängig. So nimmt ein Mann Alkohol anders auf als eine Frau. Auch das Gewicht oder das Alter kann ausschlaggebend dafür sein, wie der Alkohol seine Wirkung entfaltet.

Hinweis:

Der Alkohol entfaltet nicht bereits beim ersten Glas seine volle Wirkung. Häufig tritt der Effekt von Alkohol erst Stunden später auf. Aus diesem Grund unterschätzen sich viele beim Konsumieren von Alkohol.

Der Konsum von Alkohol kann viele Auswirkungen haben. Hierunter fallen z. B.

  • eine erhöhte Risikobereitschaft
  • eine verringerte Sehleistung und Aufmerksamkeit
  • das emotionale Befinden verändert sich
  • die Reaktionszeit nimmt ab.

All diese Beeinträchtigungen stellen ein erhebliches Risiko im Straßenverkehr und machen das Fahren unter Alkoholeinfluss so gefährlich.

Was sind Ausfallerscheinungen?

Eine Ordnungswidrigkeit begehen Sie erst, wenn Sie sich mit über 0,5 Promille ans Steuer setzen. Doch auch ein geringerer Alkoholwert kann dazu führen, dass gegen Sie ein Bußgeld oder ein Fahrverbot verhängt wird.

Bei einem Promillewert ab 0,3 Promille müssen zusätzlich Ausfallerscheinungen vorliegen, damit von einer Ordnungswidrigkeit ausgegangen werden kann.
Ausfallerscheinungen sind z. B.:

  • Schlangenlinien fahren
  • das Überfahren einer roten Ampel
  • Überholmanöver, die risikobehaftet sind
  • ein zu geringer Sicherheitsabstand
  • im schlimmsten Fall ein Verkehrsunfall.

Die Folge solcher Ausfallerscheinungen bei einem Promillewert ab 0,3 können drei Punkte in Flensburg, ein strafrechtliches Ermittlungsverfahren wegen einer Gefährdung im Straßenverkehr und einer Trunkenheitsfahrt gem. §§ 315c, 316, und 315b StGB sein. Mögliche Folgen sind wiederum eine Geld- oder Freiheitsstraffe sowie ein Fahrverbot oder sogar die dauerhafte Entziehung der Fahrerlaubnis nach sich ziehen kann.

Hinweis:

Da gerade die Entziehung der Fahrerlaubnis eine unzumutbare Beeinträchtigung für Arbeitnehmer darstellt, sollten Sie Ihren Bußgeldbescheid von unseren Partneranwälten überprüfen lassen. Diese erzielen aufgrund ihrer Erfahrung in Bußgeldverfahren für Sie das beste Ergebnis.

Alkohol und Radfahren

Auch Radfahrer sind Verkehrsteilnehmer und werden daher bei betrunkenem Fahrradfahren sanktioniert. Der Promillegrenze für Fahrradfahrer liegt jedoch deutlich höher, als bei Autofahrer, nämlich bei 1,6 Promille. Grund hierfür ist, dass von einem Fahrradfahrer ein geringeres Gefahrenpotenzial ausgeht.

Ist dieser Promillewert erreicht und Sie werden von der Polizei angehalten, kann ihnen eine strafrechtliche Sanktionierung gem. §§ 316 und 315 c StGB drohen. Weiterhin gibt es:

  • drei Punkte in Flensburg
  • ein Bußgeld (die Höhe liegt im Ermessen der Behörde)
  • Androhung einer MPU.

Hinweis:

Sollten Sie die MPU nicht bestehen, müssen Sie ggf. auch bei einer Trunkenheitsfahrt mit dem Fahrrad Ihren Führerschein abgeben.

Die Promillegrenze von 1,6 ist jedoch kein Freifahrtschein für Fahrradfahrer. Bei Ausfallerscheinungen oder einem Unfall kann bereits ein Promillewert von 0,3 Promille zu einer Strafanzeige führen.

Restalkohol

Für Autofahrer gilt in Deutschland die Promillegrenze von 0,5 Promille. Ist diese überschritten, handelt es sich um eine Ordnungswidrigkeit und kann daher sanktioniert werden.

Hinweis:

Bei erheblichen Ausfallerscheinungen reicht ein Promillewert von 0,3 Promille bereits aus.

Viele setzen sich nach einer langen Partynacht jedoch morgens wieder ins Auto, ohne über einen möglichen Restalkohol nachzudenken. Bei einer Verkehrskontrolle ist jedoch der Alkoholwert im Blut und nicht der Zeitpunkt des Konsums ausschlaggebend.

Alkohol in der Probezeit

Die Promillegrenze von 0,5 Promille gilt für Personen in der Probezeit nicht. Hier gilt die Null-Promille-Grenze. Alkoholkonsum in der Probezeit gilt als A-Verstoß.

Hinweis:

Die Null-Promille-Grenze gilt auch für Personen unter 21 Jahre. Hier ist es unerheblich, ob sich diese noch in der Probezeit befinden oder nicht.

Hinweis:

Ein Alkoholverstoß in der Probezeit wirkt sich noch schwerwiegender aus als außerhalb der Probezeit. Sollten Sie in der Probezeit oder unter 21 Jahre alt sein und einen Bußgeldbescheid wegen Alkohol am Steuer erhalten haben, überprüfen unsere Partneranwälte diesen gerne und erziele für Sie das bestmögliche Ergebnis. Ein Fahrverbot kann so eventuell verhindert werden.

Nachtrunk

Es gibt jedoch auch die Variante, dass jemand einen Verkehrsunfall begeht und aus Panik oder Angst vor eventuellen Konsequenzen zunächst einmal ein alkoholisches Getränk zur Beruhigung zu sich nimmt.

Das Trinken nach einem Verkehrsunfall wird Nachtrunk genannt. Sollten die Polizeibeamten Sie jedoch aufsuchen und eine Alkoholfahne vernehmen, gehen diese natürlich davon aus, dass Sie den Unfall unter Alkoholeinfluss verursacht haben.

Ob wirklich ein Nachtrunk vorliegt oder dies lediglich eine Schutzbehauptung war, kann schnell nachgewiesen werden. Die Polizeibeamten werden zwei Blutproben anordnen, die in einem Abstand von 30 Minuten genommen werden. Da Alkohol erst nach 2 Stunden abgebaut wird, müsste die zweite Blutprobe einen höheren Alkoholgehalt aufweisen als die erste. Fällt der Wert jedoch geringer aus, liegt keine Form des Nachtrunkes vor.

Die Medizinische-Psychologische Untersuchung

Die Fahrerlaubnisbehörde ordnet bei einem Promillewert ab 1,6 Promille eine MPU an. In Ausnahmefällen wie z. B. beim wiederholten Alkoholverstoß ab einem Wert von 0,5 Promille oder bei der Annahme des Alkoholmissbrauchs kann die Fahrerlaubnisbehörde ebenfalls eine MPU anordnen. Die medizinisch-psychologische Untersuchung besteht aus vier Teilen

  • aus einem allgemeinen Fragebogen
  • einer medizinischen Untersuchung
  • einem Leistungstest
  • und einem verkehrspsychologischen Gutachten.

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