Zeugenfragebogen

Bei einer Ordnungswidrigkeit im Straßenverkehr erhält meist der Halter des Fahrzeuges Post von der Bußgeldbehörde. Erhalten Sie als Halter einen Zeugenfragebogen, dann kann dies unterschiedliche Gründe haben. Wann Sie einen Zeugenfragebogen erhalten und wie Sie sich am besten verhalten erfahren Sie hier.

Wann verschickt die Bußgeldbehörde einen Zeugenfragebogen?

Einen Zeugenfragebogen erhalten Sie, wenn Sie im Anhörungsbogen angegeben haben, die Tat nicht begangen zu haben. In manchen Fällen erkennt die Bußgeldbehörde zudem selbst, dass der Halter unmöglich auch der Täter sein kann. Auch in diesem Fall erhält der Fahrzeughalter einen Zeugenfragebogen, damit die Bußgeldbehörde in Erfahrung bringen kann, wer zum Tatzeitpunkt der Fahrer war.

Muss der Zeugenfragebogen ausgefüllt werden?

Ein Zeugenfragebogen sollte in keinem Fall ignoriert werden. Für die Beantwortung des Zeugenfragebogens gibt es nämlich eine gesetzlich vorgeschriebene Frist. Diese beträgt 1 Woche.

Wird diese Frist verpasst, hat die Polizei die Möglichkeit Sie zu einer Aussage auf das Polizeirevier zu laden. Gemäß § 111 OWiG sind Sie allerdings nur verpflichtet Angaben zu Ihrer Person zu machen.

Wie sieht ein Zeugenfragebogen aus?

Ein einheitlicher Zeugenfragebogen existiert nicht. Somit sieht dieser von Bußgeldbehörde zu Bußgeldbehörde unterschiedlich aus. Es gibt jedoch Punkte, die im Zeugenfragebogen in jedem Fall enthalten sein müssen:

  • Anschrift der Behörde
  • Anschrift des Fahrzeugshalters
  • Der vermeintliche Tatort
  • Beweismittel und Zeugenangaben

Das Zeugnisverweigerungsrecht

Auch beim Zeugenfragebogen gilt, Sie müssen eine nahestehende Person nicht belasten. Wissen Sie z.B., dass Ihre Ehefrau zum Tatzeitpunkt Fahrerin war, dürfen Sie die Aussage aufgrund des bestehenden Zeugnisverweigerungsrechtes verweigern.

Hinweis:

Auch bei einem Zeugnisverweigerungsrecht muss der Fragebogen zurückgesandt werden.

Folgen des Zeugnisverweigerungsrechtes

Machen Sie Gebrauch vom Zeugnisverweigerungsrecht, kann dies aber auch Konsequenzen nach sich ziehen. Gemäß § 31a StVZO kann die Bußgeldbehörde Ihnen auferlegen, ein Fahrtenbuch zu führen. Hier muss eingetragen werden, wer das Fahrzeug zu welchem Zeitpunkt geführt hat. Dies hat den Vorteil, dass die Bußgeldbehörde bei einem weiteren Verkehrsverstoß nachvollziehen kann, wer der Täter ist.

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