Fahrtenbuch

In den meisten Fällen verweigert der Halter eines Kraftfahrzeuges die Aussage darüber, wer zum Tatzeitpunkt wirklich hinter dem Steuer saß. Die Zeugnisverweigerung kann jedoch auch Konsequenzen nach sich ziehen, denn die Bußgeldbehörde kann eine Fahrtenbuchauflage in Betracht ziehen.

Was ist ein Fahrtenbuch?

Ein Fahrtenbuch soll Aufschluss darüber geben, wer zu welcher Zeit, an welchem Ort und aus welchem Grund das entsprechende Fahrzeug genutzt hat. Die gesetzliche Grundlage für das Fahrtenbuch findet sich in § 31a StVZO. Demnach kann die Bußgeldbehörde dem Fahrzeughalter das Führen eines Fahrtenbuches auferlegen, wenn bei einer Ordnungswidrigkeit die Bestimmung des Fahrzeugführers nicht möglich war.

Wer muss das Fahrtenbuch führen?

Kann die Bußgeldbehörde den Fahrer nach einem Verkehrsverstoß nicht ausmachen, dann erhält der Halter des Fahrzeuges im Zweifel die Anordnung ein Fahrtenbuch zu führen.

Der Grund für die Anordnung des Fahrtenbuchs ist es zukünftige Gefährdungen im Straßenverkehr zu verhindern und den Fahrer zum Zeitpunkt des Verkehrsverstoßes doch noch ausmachen zu können.

Wie lange muss ein Fahrtenbuch geführt werden?

Bei einer erstmaligen Anordnung des Fahrtenbuchs wird ein Zeitraum von sechs Monaten gem. § 31a StVZO vorgegeben. Haben Sie als Halter des Fahrzeuges bereits öfter die Anordnung erhalten ein Fahrtenbuch zu führen, dann kann sich die Dauer auf bis zu 24 Monaten ausweiten.

Hinweis:

Die Dauer von 24 Monaten kann auch bei besonders schweren Verkehrsverstößen angeordnet werden.

Was muss bei der Führung des Fahrtenbuches beachtet werden?

Bei dem Fahrtenbuch muss jede vorgenommene Fahrt genau dokumentiert werden. Was genau im Fahrtenbuch eingetragen werden muss, ergibt sich ebenfalls aus § 31a StVZO:

  • Namen, Vorname und Anschrift des Fahrzeugführers
  • Kennzeichen des Fahrzeuges
  • Datum und Uhrzeit der Fahrt
  • Unterschrift des Fahrzeugführers

Eine konkrete Form, wie das Fahrtenbuch genau geführt werden muss, gibt es nicht. Es ist jedoch sinnvoll eine zusammengeheftete und geordnete Form zu wählen, da eine Übersichtlichkeit gewährleistet werden muss. Weiterhin müssen die Einträge im Fahrtenbuch natürlich auch lesbar sein.

Zusätzlich muss das Fahrtenbuch gut verwahrt sein, da dies der zuständigen Stelle auf Verlangen zur Prüfung vorgelegt werden muss.

Hinweis:

Das Fahrtenbuch muss nach Ablauf der Anordnung noch bis zu sechs Monate aufbewahrt werden.

Fahrtenbuch nicht geführt? Diese Konsequenzen drohen

Wurde die Führung des Fahrtenbuchs durch die Bußgeldbehörde angeordnet, dann führt ein Nichtführen des Fahrtenbuchs zu einem Bußgeld. Dies beträgt 100 EUR. Auch eine verspätete Abgabe sowie eine nicht ansprechende Form kann zu einem Bußgeld führen.

Weiterhin kann die Fahrtenbuchauflage auf bis zu zwei Jahre verlängert werden.

Fahrtenbuch umgehen?

Die Umgehung eines Fahrtenbuches ist so gut wie unmöglich. Nichtsdestotrotz können Sie gegen die Anordnung zur Führung eines Fahrtenbuches einen Einspruch erheben. In diesem Fall ist das Hinzuziehen eines Anwaltes ratsam. Meistens kann jedoch nur die Dauer zur Fahrtenbuchführung gekürzt werden.

Fahrtenbuch verloren

Ein Verlust des Fahrtenbuchs führt ebenfalls zu einem Bußgeld in Höhe von 100 EUR. Sie sollten jedoch versuchen die bisher getätigten Fahrten nachzutragen und das verlorene Fahrtenbuch so zu rekonstruieren.

Hinweis:

Ein Verlust des Fahrtenbuches während der Probezeit wird als B-Verstoß geahndet.

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