Geblitzt – was tun?

Um die Sicherheit im Straßenverkehr zu gewährleisten, gibt es in Deutschland die Straßenverkehrsordnung. Eine Geschwindigkeitsüberschreitung stellt einen Verstoß gegen die StVG dar und wird mit einer Sanktion verhängt.

Welche Sanktion kommt auf mich zu?

Um Ungenauigkeiten beim Messverfahren zu kompensieren, wird bei einem Geschwindigkeitsverstoß eine Toleranz abgezogen. Die Höhe der abgezogenen Toleranz hängt von der gefahrenen Geschwindigkeit ab.

  • Wenn die Geschwindigkeit unter 100 km/h liegt, beträgt die abgezogene Toleranz drei km/h für Radar-Laser und Lichtschrankenmessung und fünf Prozent bei einem Provida-Fahrzeug.
  • Wenn die Geschwindigkeit über 100 km/h liegt, beträgt der Toleranzabzug drei Prozent der gefahrenen Geschwindigkeit

Hinweis:

Bei einem nicht geeichten Messgerät kann der Toleranzabzug höher ausfallen. Unsere Partneranwälte können für Sie Akteneinsicht beantragen und so überprüfen, ob die Messgeräte entsprechend geeicht wurden.

Nachdem die Toleranz abgezogen wurde, ergeben sich folgende Sanktionen für Geschwindigkeitsverstöße.

Geschwindigkeit außerorts:

VerstoßBußgeldPunkteFahrverbot
bis 10 km/h10 EUR--
11–15 km/h20 EUR
--
16–20 km/h30 EUR--
21–25 km/h70 EUR1-
26–30 km/h80 EUR11 Monat
31–40 km/h120 EUR11 Monat
41–50 km/h160 EUR21 Monat
51–60 km/h240 EUR21 Monate
61–70 km/h440 EUR22 Monate
Über 70 km/h600 EUR23 Monate

Geschwindigkeit innerorts:

VerstoßBußgeldPunkteFahrverbot
bis 10 km/h15 EUR--
11–15 km/h25 EUR
--
16–20 km/h35 EUR--
21–25 km/h80 EUR1-
26–30 km/h100 EUR11 Monat
31–40 km/h160 EUR21 Monat
41–50 km/h200 EUR21 Monat
51–60 km/h280 EUR22 Monate
61–70 km/h480 EUR23 Monate
Über 70 km/h680 EUR23 Monate

Das Messverfahren

Um Geschwindigkeitsverstöße festzustellen, gibt es unterschiedliche Messverfahren.

  • Mobile Radarfalle: Bei der mobilen Radarfalle wird das Messgerät entweder an einem Auto befestigt oder an einem Stativ am Straßenrand. Für die Messung der Geschwindigkeit werden Radarstrahlen gesendet, die das fahrende Fahrzeug treffen. Diese Strahlen werden reflektiert und das Radargerät errechnet die Geschwindigkeit des fahrenden Fahrzeuges.
  • Laserpistole: Auch bei der Laserpistole werden Lichtimpulse versendet, die vom fahrenden Fahrzeug reflektiert werden um so die Geschwindigkeit des fahrenden Fahrzeuges zu messen.
  • Lichtschrankenmessung: Hier werden mehrere Lichtschranken aufgestellt. Sobald ein Fahrzeug durch die Lichtschranke fährt, werden die Strahlen unterbrochen und so die Geschwindigkeit des fahrenden Fahrzeuges gemessen.
  • Provida-Fahrzeuge: Hier erfolgt die Geschwindigkeitsmessung aus einem zivilen Polizeifahrzeug. Die Fahrzeuge haben eine Videokamera, Abstandssensoren und geeichte Tachos. Um die Geschwindigkeit zu messen, folgt das Provida-Fahrzeug dem zu schnell fahrenden Auto.
  • Feste Radarmessung: Diese Blitzer ähneln Ampeln und sind häufig an Standorten aufgestellt, die ein hohes Unfallpotenzial aufweisen. Bei einer Geschwindigkeitsüberschreitung wird der Radar ausgelöst und schießt ein Blitzer-Foto.
  • Induktionsschleifen: Bei dieser Messung werden Streifen in den Boden gelassen. Sobald ein Fahrzeug diese Streifen überfährt ist es möglich, die Geschwindigkeit zu messen.

Hinweis:

Alle Messverfahren sind anfällig für Fehler. Solltest du einen Bußgeldbescheid wegen einer Geschwindigkeitsüberschreitung erhalten haben, können unsere Partneranwälte diesen für dich überprüfen.

Das Bußgeldverfahren

Wie bei jedem Verstoß gegen die StVG erhalten Sie zunächst einen Anhörungsbogen, den Sie ausgefüllt zurücksenden müssen.

Hinweis:

Der Anhörungsbogen enthält Angaben zum Tatbestand, also Zeit und Ort des Verstoßes und die Art des Verstoßes. Zudem ergibt sich aus dem Anhörungsbogen bereits das zu erwartende Bußgeld. Jedoch räumt Ihnen der Anhörungsbogen auch die Möglichkeit ein, selbst Stellung zur Sache zu nehmen.

Nachdem Sie den Anhörungsbogen zurückgesandt haben, übersendet Ihnen die Bußgeldstelle einen Bußgeldbescheid.

Wiederholungstäter

Begehen Sie mehrere Ordnungswidrigkeiten im Straßenverkehr hintereinander, dann gelten Sie als Wiederholungstäter und es kommen härtere Strafen auf Sie zu.
Sollten Sie zweimal hintereinander geblitzt worden sein, dann geltend Sie unter folgenden Voraussetzungen als Wiederholungstäter.

Sie wurden innerhalb eines Jahres zwei Mal geblitzt. Beide Male lag eine Geschwindigkeitsüberschreitung von über 26 km/h vor.

Sollten Sie diese Voraussetzungen erfüllen, dann gelten Sie als Wiederholungstäter und gegen Sie kann ein Fahrverbot von einem Monat verhängt werden.

Hinweis:

Sollte Ihre erste Geschwindigkeitsüberschreitung bereits zu einem Fahrverbot geführt haben, wird dies für Wiederholungstäter um einen weiteren Monat verlängert.

Wie kann ein Fahrverbot wegen einer Geschwindigkeitsüberschreitung verhindert werden?

Ein Fahrverbot trifft Sie als Autofahrer hart, besonders wenn Sie aus beruflichen Gründen auf Ihren Führerschein angewiesen sind. Aus diesem Grund kann ein Fahrverbot häufig durch eine Erhöhung der Geldstrafe umgangen werden. Ein Fahrverbot kann jedoch auch die Urlaubszeit gelegt werden, sodass die fehlende Fahrerlaubnis keine Auswirkung auf Ihr Berufsleben hat.

Sollten Sie einen Bußgeldbescheid vorliegen haben, aus dem ein Fahrverbot hervorgeht, dann lassen Sie diesen unseren Partneranwälten zukommen. Diese überprüfen Ihren Bußgeldbescheid, fordern Akteneinsicht an und holen das bestmögliche Ergebnis für Sie raus.

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