MPU – Wie soll ich handeln?

Die umgangssprachlich als »Idiotentest« bekannte Untersuchung, soll die Fahreignung eines Autofahrers bescheinigen. Jedes Jahr müssen sie ca. 90.000 Menschen ablegen. Trotz der Schwierigkeit des Test, bestehen 60 Prozent aller Teilnehmer diesen beim ersten Mal. Falls Sie eine MPU ablegen müssen, erfahren Sie im Folgenden alles Wichtige zur Beantragung, zum Ablauf und Kosten.

Wie kommt es zur einer MPU?

Wenn bei einem Fahrzeugführer eine MPU angeordnet wird kann dies verschiedene Gründe haben. Oft kommt es zu einer  MPU, wenn man wiederholt durch Trunkenheit am Steuer aufgefallen ist oder man mit über 1,6 % Promille im Verkehr erwischt wird.

Hinweis:

Dies gilt übrigens auch, wenn man mit dem Fahrrad fährt.

Dazu kommen Drogenmissbrauch oder das Erreichen von acht Punkte in Flensburg. Auch eine Kombination aus Punkten in Flensburg und Alkohol am Steuer kann zu einer MPU führen.

Das Beantragen einer MPU

Wenn für Sie eine MPU angeordnet wurde, heißt das, dass Sie Führerschein bereits verloren haben. Um ihn wiederzuerlangen müssen Sie einen Wiedererteilungsantrag bei Ihrer örtlichen Führerscheinstelle stellen. Falls diese Ihren Antrag genehmigt, wird sie Ihnen auferlegen, eine MPU zu absolvieren. Nun müssen Sie sich eine sogenannte Begutachtungsstelle suchen, bei der Sie die MPU absolvieren können.

Es gibt insgesamt 15 amtlich anerkannten Träger von Begutachtungsstellen. Viele von Ihnen haben in mehreren Städten ein Büro. Nur bei diesen dürfen Sie die MPU absolvieren. Nachdem Sie sich für eine Begutachtungsstelle entschieden haben, schickt die Führerscheinstelle dieser die Anforderungen für Ihre MPU. Nach erfolgreicher Absolvierung der MPU müssen Sie der Führerscheinstelle das Gutachten der Begutachtungsstelle vorlegen.

Hinweis:

Bestehen Sie immer darauf, dass Ihnen das Gutachten direkt zugeschickt wird und nicht der Führerscheinstelle. Falls Sie durchfallen sollten, können Sie so entscheiden, ob Sie das Gutachten der Führerscheinstelle zeigen wollen oder nicht. Die Führerscheinstelle könnte die Anforderungen für die nächste MPU ggf. erhöhen, falls Sie diese beim ersten Mal nicht bestanden haben.

Kosten der MPU

Wenn Sie eine MPU absolvieren müssen, kommen verschiedene Kosten auf Sie zu. Für alle diese Kosten müssen Sie selbst aufkommen. Bei der Bemessung der Kosten, kommt es sehr darauf an, warum Sie die MPU absolvieren müssen. Dabei sind die Preise in einer Gebührenordnung festgelegt und schwanken zwischen 350 EUR bis 750 EUR, je nach Grund für die MPU. Dazu kommen Kosten für besondere medizinische Verfahren.

Falls bei Ihnen aufgrund vorhergegangenen Drogenkonsums zum Beispiel eine Haaranalyse fällig wird, kann dies noch einmal zwischen 200 EUR bis 300 EUR kosten. Auch eine Urinprobe wird auf mindestens 100 EUR angesetzt.

Vorbereitung auf die MPU

Es ist sehr ratsam, dass Sie sich auf die MPU vorbereiten. Häufig werden nämlich die gleichen Fragen gestellt. Mit einer guten Vorbereitung wissen Sie dann, wie Sie auf diese Fragen zu reagieren haben. Für die Vorbereitung gibt es verschiedene Angebote mehrere Anbieter. Diese reichen von kostenlosem Informationsmaterial, verfügbar auf den Webseiten, bis zu kostenpflichtigen Vorbereitungskursen.

Bitte achten Sie darauf, dass Sie nur die Dienste eines seriösen Anbieters nutzen. Bevor Sie einen kostenpflichtigen Kurs buchen, schauen Sie zum Beispiel, ob Ihnen das frei verfügbare Material auf der Website eines Anbieters zusagt. Auch auf den Seiten der Bundesanstalt für Verkehrswesen finden Sie Informationen zur Vorbereitung auf die MPU.

Der Ablauf der MPU

Eine MPU besteht immer aus drei Teilen.

  • Im ersten Teil werden Sie medizinisch untersucht. Das soll testen, ob Sie körperlich in der Lage sind am Straßenverkehr teilzunehmen. Falls Sie Ihren Führerschein aufgrund missbräulichen Alkohol-, Drogen-, oder Medikamentenkonsums verloren haben wird außerdem geschaut, ob bei Ihnen Folgeschäden vorhanden sind, die die Fahreignung einschränken können.
  • Im zweiten Teil müssen Sie sich einem Leistungstest unterziehen. In diesem wird zum Beispiel Ihre Reaktionsschnelligkeit und -genauigkeit und die Belastbarkeit geprüft. Je nachdem aus welchem Grund Sie die MPU machen müssen, kann das Verfahren sich hier unterscheiden.
  • Im dritten Teil müssen Sie noch ein psychologisches Untersuchungsgespräch führen. In diesem 1-stündigen Gespräch müssen Sie den Gutachter davon überzeugen, dass Sie Ihr früheres Handeln bereuen und es nicht wieder vorkommen wird.

Ergebnisse der MPU

Das Ergebnis der MPU wird Ihnen meistens direkt beim Anbieter mitgeteilt. Außerdem erhalten Sie es innerhalb von 14 Tagen per Post. Ihr Ergebnis kann dabei auf drei verschiedene Arten ausfallen.

  • Sie bestehen die MPU: Nachdem Sie das positive Gutachten bei der Führerscheinstelle vorgelegt haben, erhalten Sie Ihren Führerschein zurück.
  • Sie bestehen die MPU nicht: Stellen Sie sicher, dass das Gutachten nicht direkt an die Führerscheinstelle geschickt wird. Diese wird das negative Gutachten sonst im Verkehrszentralregister vermerken und Sie werden bei Ihrer nächsten MPU noch mehr Auflagen erfüllen müssen. Lassen Sie sich stattdessen das Gutachten nach Hause schicken und ziehen Sie den Antrag auf Wiedererteilung des Führerscheins bei der Führerscheinstelle zurück. Dann können Sie zu einem späteren Zeitpunkt einen neuen Antrag stellen und so eine neue MPU ohne weitere Auflagen absolvieren.
  • Sie bestehen die MPU mit Auflagen: Falls Sie ein bedingt geeignetes Gutachten erhalten, müssen Sie weitere kostenpflichtige Kurse ablegen, um Ihre Fahrtauglichkeit wieder zu erreichen. Nach Ablegen dieser Kurse erhalten Sie Ihren Führerschein zurück.

Weitere Möglichkeiten neben der MPU

Falls Sie nach Entzug Ihres Führerscheins keine MPU machen wollen, können Sie auch warten, bis die Auflage zur MPU aus Ihrer Akte gestrichen wurde. Beachten Sie jedoch, dass es sich hierbei nicht um eine Verjährung handelt. Dies dauert jedoch in der Regel bis zu 15 Jahre. Außerdem kann es dazu kommen, dass wenn Sie nach dieser Zeit einen neuen Führerschein beantragen die Führerscheinstelle Sie dazu auffordert nochmals die Führerscheinprüfung abzulegen.

Was die rechtlichen Möglichkeiten betrifft, so gibt es zwei Möglichkeiten. Zum einen können Sie versuchen, die Führerscheinstelle davon abzubringen, Ihnen die MPU aufzuerlegen. Da diese Auflage jedoch kein Verwaltungsakt ist können Sie dazu nur Stellung nehmen und hoffen, dass die die Führerscheinstelle zum Einlenken bewegt.

Des Weiteren können Sie gegen das negative Ergebnis Ihrer MPU vorgehen. Dies geschieht in der Form eines Verwaltungsverfahrens und kann sich mitunter über Jahre hinziehen.

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